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In dieser Rubrik finden sich Hinweise - jenseits der Linksammlung - auf gerade laufende Aktionen,  Veranstaltungen und Sonstiges, was beachtenswert ist.

Wie verlaufen Aufdeckungsprozesse nach sexualisierter Gewalt bei Jungen und Männern?
Interviewpartner für Forschungsprojekt gesucht


Tauwetter Anlaufstelle von und für Männer, die als Junge sexuell missbraucht worden sind ist zurzeit an einem Forschungsprojekt beteiligt. In ihm geht es darum mehr darüber zu erfahren, was es betroffenen Jungen und Männern erleichtern könnte, sexuelle Gewalt aufzudecken und Hilfe zu bekommen. Daraus sollen Verbesserungen in Präventionsbereich entwickelt werden.
Dazu wollen wir Interviews mit betroffenen Männern führen, damit diese selber erzählen können, was geholfen hat. Es ist klar, dass diese Prozesse bei jeder Person anders aussehen. Die einen haben unmittelbar probiert, mit jemand zu sprechen, andere haben es weggeschoben und Jahrzehnte nichts erzählt, einige wenige sind auf offene Ohren gestoßen, andere sind mundtot gemacht worden. Und wieder andere würden vielleicht sagen, dass sie die sexuelle Gewalt noch gar nicht richtig aufgedeckt haben, aber vor einem begründeten Verdacht stehen. Wie er diesen Begriff füllt überlassen wir jedem selber. Jeder soll den Platz haben seinen eigenen Weg zu erzählen.
Uns geht es dabei schwerpunktmäßig darum, was geholfen hat, die sexuelle Gewalt aufzudecken und nicht um Details der Gewalt selber.
Die Interviews werden von geschulten Mitarbeiter_innen unseres Kooperationspartners Dissens aus Berlin und des Instituts für Männer- und Geschlechterforschung aus Graz durchgeführt. Anonymisierung, Datenschutz usw. sind selbstverständlich, ebenso natürlich die Möglichkeit jederzeit abzubrechen. Wenn durch das Interview hinterher irgendwelche Fragen auftauchen, stehen wir als Beratungsstelle (www.tauwetter.de) zur Verfügung. Wenn jemand hinterher Ergebnisse erfahren will oder mitbekommen, wie es weitergeht, geht das auch.
Weitere Infos, Kontaktmöglichkeiten etc. finden sich unter www.aup.dissens.de.
   

Ein wichtiger Film-Tipp:

Jan Schmitt: Wenn einer von uns stirbt, geh ich nach Paris.

Homepage: http://www.schmitt-film.de/index.htm

Der Film von Jan Schmitt ist ein außergewöhnlicher und sehr empfehlenswerter Film zum Thema "sexueller Missbrauch". Den Pressestimmen möchte ich gar nicht viel hinzufügen, nur das, was ich dem Film auch ins Gästebuch geschrieben habe:

Der Film verdient besondere Beachtung, weil er sich auf besondere Weise eines sehr schweren Themas annimmt. Das Thema sexuelle Gewalt ist nicht nur schwer, weil es für die Opfer schwer oder gar nicht zu verkraften ist, es ist auch deshalb schwer, weil es ein sperriges, unbeliebtes, immer noch tabuisiertes, manchmal skandalisiertes Thema ist; weil sexuelle Gewalt so ungeheuerliche Folgen hat und so oft geschieht. Und weil das Schweigen noch immer dazu gehört. Das Schweigen der Opfer, der Mitwissenden und der Täter/innen. Was dem Film gelingt: sich dieses schweren Themas in Ruhe anzunehmen. Diese Ruhe beinhaltet nicht Gelassenheit oder Bequemlichkeit, im Gegenteil: die Ruhe, die nur aus höchster Konzentration und Präsenz erwächst. Der Film erspart einem grässliche Bilder und erspart einem gleichzeitig gar nichts: die zerstörerische Wucht sexuellen Missbrauchs wird gerade durch die Ruhe des Films erschlagend. Ein Meisterwerk ...

Jetzt auf DVD erhältlich und zu bestellen über:
http://www.goodmovies.de/einzelansicht.php?products_id=594
oder über Amazon:
http://www.amazon.de/Wenn-einer-stirbt-nach-Paris/dp/B0055VTHEO/ref=sr_1_1?s=dvd&ie=UTF8&qid=1315501559&sr=1-1

P.S.: Die Altersfreigabe ab 12 Jahren halte ich persönlich für wenig sinnvoll insofern, als ich denke, dass 12-Jährige mit diesem Film nicht viel anfangen können. Ich halte den Film aber gerade für die Fort- und Ausbildung und gemeinsame Diskussionen für sehr geeignet - nach meiner Einschätzung auch für Jugendliche ab ca. 16 Jahren.

   



letzte Aktualisierung am 03.09.2014

www.sexuelle-gewalt.de